Brazen shepherds once took it upon themselves to baptise a sheep. No sooner had the sacred act been performed than it turned into a monster, which the very next night attacked the flock and devoured one of the most beautiful sheep. The next evening the shepherds placed a large bucket full of the most beautiful milk in front of the hut. It drank it and was content with an inferior sheep the next night. The shepherds then put a bucket full of cream in front of it every night, and from then on the flock was spared.
After years there were other dairymen in the hut who wanted to make better use of their cream; they filled the bucket with whey and covered it with a thin layer of cream. This was taken away; but the whey remained behind, and seven of the most beautiful cows had been blown down a rock face. The next night, they put out more whey with a little more cream. In the morning there was still one cow missing. Then they drove down to the valley with the cattle and left the alp unused.
But they raised a bull, which got “whole milk” for ten years, at last from ten good cows. Then a nun was asked to lead the bull to the alp. The monster first rushed at the nun and killed her. Then the two animals clashed. The fight was desperate and lasted a long time. Finally the bull succumbed and was torn to shreds by the monster. But the latter had become so tired in its rage that it also died after a short time. Since then, the alp could be used for grazing again.
307. Das Ungetüm
Mutwillige Hirten liessen es sich einmal beikommen, ein Schaf zu taufen. Kaum war die heilige Handlung vollzogen, so verwandelte es sich in ein Ungetüm, das schon in der nächsten Nacht über die Herde herfiel und eines der schönsten Schafe verzehrte. Am nächsten Abend stellten ihm die Hirten einen grossen Eimer voll der schönsten Milch vor die Hütte. Diese trank es und begnügte sich in der kommenden Nacht mit einem minderwertigen Schafe. Hierauf stellten die Sennen einen Eimer voll Rahm hin; so jede Nacht, und von nun an blieb die Herde verschont.
Nach Jahren waren andere Sennen in der Hütte, die ihre Sahne besser verwenden wollten; sie füllten den Eimer mit Schotten und belegten diesen mit einer dünnen Rahmschicht. Diese wurde weggeholt; der Schotten aber blieb zurück, und sieben der schönsten Kühe waren über eine Felswand hinuntergesprengt worden. In der nächsten Nacht stellten sie wieder Schotten hinaus mit etwas mehr Rahm. Da fehlte am Morgen noch eine Kuh. Hierauf fuhr man mit dem Vieh zu Tal und liess die Alp unbenutzt.
Man zog aber einen Stier gross; der bekam zehn Jahre lang “ganze Milch” und zwar zuletzt von zehn guten Kühen, Dann wurde eine Klosterfrau gebeten, daß sie den Stier auf jene Alp führte. Das Ungetüm stürzte zunächst auf die Klosterfrau los und tötete sie. Dann gerieten die beiden Tiere aneinander. Der Kampf war ein verzweifelter und dauerte lange. Endlich erlag der Stier und wurde von dem Ungetüm in Fetzen zerrissen. Doch dieses hatte sich in seiner Wut so ermüdet, dass es nach kurzer Zeit ebenfalls verendete. Seither konnte die Alp wieder benutzt weiden.
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