In the lower part of the Malun Alp, the beautiful Dreier forest spreads out. Not infrequently an eerie, shrill whistling rages through, but only at night, especially towards the time when one begins to speak of Alpentladung. This always brings bad weather. One evening, when the “Vonalpfahrt“ was to take place soon, the whistling was heard again and in a very sharp manner. The cattle became restless and the alpine dairyman said: “It would be good if they could find their rest at home in the warm stables.” But there was nothing more to be done, and the dairyman and the farmhands went to sleep.
That same night, shortly after midnight, the night watchman woke up the farmers in Berschis, which was far below. Soon they craned their heads out their windows, and to their question: “What’s up?” he answered: “I hear our well-known cowbell ringing far above on Hinterschindeln and fear that our cattle have escaped from the alp and are on their way home,” The farmers pricked up their ears and also heard the ringing of the bells. Soon they were heading up towards the alp. When they reached “Zerfinen-platte” on Schuhegg, the ringing and murmuring could already be heard from Rossmen and Gafortsch in an ear-splitting concert. Cattle and owners met at Forggels, and now we headed towards the village in the pouring, cold rain. The next day, the dairyman and the farmhands also arrived with the cow chains and other equipment. Such was the mood of the Dreierwald with its nocturnal whistling.
O. Giger
Editor’s note: Alpentladung is the season when cattle are brought down from the alps to the valleys and barns before the onset of winter’s snow. Vonalpfahrt: travelling from the alp.
351. Die Mahnung
In dem untern Teile der Alp Malun breitet sich der schöne Dreierwald aus. Dieser wird nicht selten, namentlich gegen die Zeit hin, wo man anfängt, von Alpentladung zu sprechen, von einem unheimlichen, schrillen Pfeifen durchtobt, aber nur nachts. Dies bringt immer bös Wetter. Eines Abends, die “Vonalpfahrt” sollte in nächster Zeit stattfinden, wurde das Gepfeife wieder und zwar in ganz scharfer Weise wahrgenommen. Das Vieh wurde unruhig, und der Senn sagte: “Es wäre gut, wenn es daheim in den warmen Ställen seine Ruhe fände.” Aber es war da weiter nichts zn machen, und Senn und Knechte begaben sich zur Ruhe.
In der gleichen Nacht, kurz nach Mitternacht, weckte der Nachtwächter im tief unten liegenden Bärschis die Bauern. Bald streckten diese die Köpfe zu den Fenstern heraus, und auf ihr Fragen: “Was gibt’s?” antwortete jener: “Ich höre unser bekanntes Kuhglocken-geläute weit droben auf Hinterschindeln und fürchte, unser Vieh ist ausgebrochen aus der Alp und befindet sich auf dem Heimweg,” Die Bauern spitzten die Ohren und vernahmen gleichfalls das Schellengekling. Bald ging es aufwärts gegen die Alp hin. Bei “Zerfinen-platte” auf Schuhegg angelangt, ließ sich das Geschelle und Gemuhe schon vom Rossmen und Gafortsch her in ohrenzerreissendem Konzert vernehmen. Auf Forkels trafen Vieh und Eigner zusammen, und nun ging’s bei strömendem, kaltem Regen dem Dorfe zu. Anderntags trafen der Senn und die Knechte mit den Kuhketten und andern Gerätschaften ebenfalls ein. Solches veranlagte der Dreierwald mit seinem nächtlichen Pfeifen.
O. Giger.
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