A fertile side valley towards the River Necker is called the Auli, where Michel once lived. As a boy he was capable of much good but inclined towards evil. But he learned nothing and spent his youth playing tricks. When he grew up, he bought a white horse, sold his estate in a short time he squandered his fortune and also that of his sister, who was a widow with four small children, for whom he was their guardian. The white horse succumbed to the lashes, and finally Michel himself died in the deepest misery.
No one pleaded at his grave: “God grant him eternal rest.” Although he was buried in the cemetery, he appeared every night in Hagenau. Michel’s sister still had a stony field there. When the bells on the towers of Ganterschwil, Bütschwil and Lütisburg struck 12 o’clock, a muffled sound was heard in Hagenau. At the edge of the stone field, the earth opened up and Michel emerged, whip in hand, pale and haggard. He was immediately followed by the white horse, which pounced on his former tormentor. Fearful, Michel took flight. He jumped up and down on the edge of the field, always pursued by his white horse. Thus he ran through the whole field, returning a foot from the middle of the field after every circle. Everything had to be done in an hour; then the man, dripping with sweat and tired to death, sank to the bottom of the field, which swallowed him and the white horse up again with the first stroke of the bell.
Thus Michel’s infidelity and his cruelty to animals were terribly punished, and the threat of his wife Anna Babeli, who often warned him, was fulfilled, as she sometimes called out to him: “You will also be hunted.”
A. Lauchenauer.
- Der Michel und sein Schimmel.
Ein fruchtbares Seitentälchen gegen den Necker hin wird das Äulein genannt, wo vorzeiten der Michel wohnte. Als Knabe war er zu vielem Guten fähig und zu allem Bösen geneigt. Aber er lernte nichts und verbrachte seine Jugend mit tollen Streichen. Als er grösser geworden, kaufte er sich einen Schimmel, verkaufte sein Gut und verschwendete sein Vermögen und als Vormund auch das seiner Schwester, die eine Witwe mit vier kleinen Kindern war, in kurzer Zeit. Der Schimmel erlag den Peitschenhieben, und schliesslich starb Michel selbst im tiefsten Elend.
Niemand flehte an seinem Grabe: “Gott schenke ihm die ewige Ruhe.” Wiewohl er auf dem Friedhof begraben wurde, erschien er jede Nacht in der Hagenau. Dort hatte Michels Schwester noch einen steinigen Acker. Wenn nun auf den Türmen Ganterschwil, Bütschwil und Lütisburg die Glocken 12 Uhr schlugen, hörte man in der Hagenau einen dumpfen Laut. Am Rande des Steinackers tat sich die Erde auf, und hervorkam der Michel, die Peitsche in der Hand, bleich und abgehärmt. Ihm folgte gleich auch der Schimmel, und dieser stürzte sich auf seinen frühern Peiniger. Voll Angst ergriff Michel die Flucht. Am Rande des Ackers sprang er auf und ab, stets von seinem Schimmel verfolgt. So durchlief er, nach jeder Umkreisung um einen Fuss der Mitte des Ackers zurückend, das ganze Feld. In einer Stunde musste alles geschehen; dann sank der Mann schweisstriefend und zu Tode ermattet auf den Ackergrund, welcher ihn und den Schimmel mit dem ersten Glockenschlage wieder verschlang.
So wurde Michels Untreue und seine Tierquälerei furchtbar bestraft, und es erfüllte sich die Drohung seiner ihn oft warnenden Frau Anna Babeli, die ihm manchmal zurief: “Du wirst auch noch gejagt.
A. Lauchenauer.
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