Travelling scholars have peered through the mountain mirror into the rock face and discovered immeasurable treasures of gold and silver, as they did on the higher Steienwand and in the Goldloch (gold hole) of the nearby Alp Sennis. For the Venetians, the stones of this area turned to gold, and from it they are said to have taken all their riches.
On the smooth rock face, inaccessible to ordinary people, in the middle of the chapels, there is a door that leads into the interior of the mountain to the treasures. This door opens at times in broad daylight. Clergymen emerge from it, climb up the rock face to the summit and sunbathe there between the chapels with their robes and all kinds of precious utensils. During this time, no one dared to climb the heights. When they have basked with their treasures long enough, they return, disappear into the mountain and the door closes again.
At night, however, much more sinister things happen on the heights. Often, when the bells in Flums or Berschis have struck the midnight hour and the valley lies in deepest darkness, it suddenly becomes light up there and you see black figures pushing cones between the two chapels. They throw two golden balls tirelessly at silver skittles, and you can clearly hear the dull rolling of the balls, the falling of the skittles they hit and the confused voices of the men, until suddenly, at the stroke of one o’clock, everything falls silent and disappears. Some of the black figures wear white headgear, but most of them have nothing white left. Those are still redeemable, these are not.
O. Giger.
Wodan, the god of the winds, is also the god of the moving nocturnal games. In Christian times, St. George, the patron saint of knights and rich lords, often took his place. In fact, the old pilgrimage church, which is well worth seeing, is dedicated to St. George, and the noisy retinue of the former pagan god became an army of restless spirits who still fill the areas with their haunting where their lord and master was once most eagerly worshipped. St. George’s Hill is undoubtedly an ancient cultural site; it was a natural sacrificial altar for pagan feasts; a Roman fort also stood on it, then in the Middle Ages a small Beguine monastery, all of which has been recorded by folklore in its legends up to our own time.
According to Dr. E. Buss
360. Auf dem St. Georgenberg
Fahrende Schüler haben durch den Bergspiegel in die Felswand hineingeschaut und da, wie an der höher gelegenen Steienwand und im Goldloch der nahen Alp Sennis, unermessliche Schätze von Gold und Silber entdeckt. Den Venedigern verwandelten sich die Steine dieser Gegend in Gold, und aus ihr sollen sie sich alle ihre Reichtümer geholt haben. An der glatten, gewöhnlichen Menschen unzugänglichen Felswand mitten unter den Kapellen befindet sich eine Türe, die ins Innere des Berges zu den Schätzen führt. Diese öffnet sich zuzeiten am hellen Tag. Geistliche Herren treten aus ihr hervor, steigen, man begreift nicht wie, an der Felswand empor zum Gipfel und sonnen da zwischen den Kapellen ihre Messgewänder und allerlei kostbare Geräte.
Während dieser Zeit getraute sich niemand, die Höhe zu besteigen. Haben sie ihre Schätze lange genug gesonnt, so kehren sie zurück, verschwinden im Berge, und die Türe schliesst sich wieder. In der Nacht aber gehen auf der Höhe noch viel unheimlichere Dinge vor. Oft, wenn in Flums oder Bärschis die Glocken die Mitternachtstunde geschlagen haben und das Tal im tiefsten Dunkel liegt, wird es da oben plötzlich hell, und man sieht schwarze Gestalten zwischen den zwei Kapellen Kegel schieben. Mit zwei goldenen Kugeln werfen sie unermüdlich nach silbernen Kegeln, und deutlich hört man unten das dumpfe Rollen der Kugeln, das Fallen der getroffenen Kegel und die verworrenen Männerstimmen, bis Schlag ein Uhr plötzlich alles verstummt und verschwindet. Von den schwarzen Gestalten tragen einige eine weisse Kopfbedeckung; bei den meisten aber ist nichts Weisses mehr zu sehen. Jene sind noch erlösbar, diese nicht.
O. Giger.
Wodan, der Gott der Winde, ist auch der Gott des bewegten nächtlichen Spiels. An seine Stelle trat in der christlichen Zeit vielfach der hl. Georg, der Patron der Ritter und reichen Herren. Wirklich ist das sehenswerte alte Wallfahrtskirchlein dem hl. Georg gewidmet, und das lärmende Gefolge des einstigen Heidengottes wurde zu einem Heer unruhiger Geister, die mit ihrem Spuk noch die Gegenden erfüllen, an denen ihr Herr und Gebieter einst am eifrigsten verehrt ward. Der St. Georgsberg ist ohne Zweifel eine uralte Kulturstätte; er war ein natürlicher Opferaltar für die heidnischen Festgelage; auf ihm stand auch ein römisches Kastell, dann im Mittelalter ein kleines Beguinenkloster, was alles der Volksmund in seinen Sagen bis auf unsere Zeit festgehalten hat.
Nach Dr. E. Buss
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